Pressemitteilung zum Verkauf der Steinschleuder Runneburg in Weißensee
Im Zusammenhang mit der Auflösung des Runneburgvereins wurde von diesem bereits im Januar 2009 beschlossen, auch die Steinschleuder - als wertvollsten Besitz des Runneburgvereins - zu verkaufen.
In den letzten Monaten wurden mit zahlreichen Bewerbern aus dem In- und Ausland Gespräche geführt, die nun ihren Abschluss fanden. In einem notariell beglaubigten Bieterverfahren erhielt die Stadt Leinefelde-Worbis den Zuschlag. Darüber wurden am 12. September die Vereinsmitglieder in einer Versammlung auf der Runneburg informiert.
Die Steinschleuder wird voraussichtlich bis Ende Oktober abgebaut sein und nach einer Generalüberholung auf der Burg Scharfenstein einen hoffentlich würdigen neuen Standort finden. Der Runneburgverein wird der Stadt Leinefelde selbstverständlich dabei behilflich sein, den weltweit größten Nachbau einer mittelalterlichen Belagerungsmaschine auch dort als weithin ausstrahlendes touristisches Marketinginstrument zu etablieren.
Die Vereinsmitglieder sind natürlich traurig und frustriert darüber, dass es ihnen nicht gelungen ist, eine der wichtigsten touristischen Attraktionen der ganzen Region am Ort zu belassen. Bekanntlich hatte das für den Runneburger Förderverein so unglückliche und behindernde Agieren der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zu diesem schwerwiegenden Schritt geführt. Der Verkauf der Steinschleuder sichert eventuell wenigstens das finanzielle Überleben des Runneburgvereins und damit auch die immer noch vorhandene Möglichkeit einer Neustrukturierung bzw. eines Neuanfangs.
Ob es aber dazu kommt, hängt in den nächsten Wochen hauptsächlich von dem Ausgang der kulturpolitischen Entwicklungen im Freistaat, vor allem aber vom Ergebnis der für Ende November neu angesetzten Kommunalwahlen in Weißensee ab. Die letzten Wahlen zum Weißenseer Stadtparlament wurden erst vor wenigen Tagen wegen amtsmissbräuchlicher Wahlbeeinflussung durch den bisherigen Bürgermeister (Peter Albach - CDU) durch die Kommunalaufsicht annulliert.
Für den Fall einer politischen Neuausrichtung der städtischen und freistaatlichen Kulturpolitik werde der Verein zum gegebenen Zeitpunkt beraten und entscheiden, ob die Liquidation fortgesetzt oder gestoppt wird. Bisher war kein politischer Wille vorhanden, das Ehrenamt der 500 Bürgerinnen und Bürger, die sich im Runneburgverein seit etwa 20 Jahren engagieren, zu erhalten bzw. ernsthaft zu unterstützen.
Der Verein mußte bereits seinen kulturhistorisch einmaligen Archiv- und Bibliotheksbestand an das Kreisarchiv Sömmerda abgeben. Der Bereich Burgmuseum mit "Schatzgewölbe" soll im März 2010 geschlossen werden, die vereinseigene Burggastronomie Ende Dezember 2009.
Das erfolgreiche Kapitel "Steinschleuder" wird nun allerdings für immer geschlossen werden. Dies ist beschämend, für die, die es mit zu verantworten haben, aber auch für die, die es nicht verhindert haben.
Wir selbst konnten es nicht verhindern.
Thomas Stolle Michael Kirchschlager
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